Das Musik-Genre Trip Hop

Veröffentlicht in der Rubrik Musik

Unter Trip Hop versteht man eine Musikrichtung, die sich Anfang der 90iger Jahre in und rund um die englische Stadt Bristol herum entwickelt hat. Anfänglich nannte sich dieser Musikstil Bristol Sound, was sich aber schnell änderte, weil sich andere in Bristol und Umgebung arbeitende Bands deshalb ausgegrenzt fühlten. Zu den ersten Künstlern, die diese neue Musikrichtung prägten, gehörten Massive Attack und Tricky. Man hörte allerdings in deren frühen Werken auch noch sehr die Einflüsse von Funk und Soul heraus. Das änderte sich grundlegend mit dem Auftauchen von Portishead. Erst diese Band interpretierte diesen Musikstil so grundlegend neu und anders, dass die Musik-Presse begann, dieser Musikrichtung einen neuen Namen, eben Trip Hop, zu geben.

Trip Hop eroberte schnell die Herzen vieler Fans

Inzwischen gibt es viele zum Teil auch sehr bekannte Bands, die man der Musikrichtung Trip Hop zuordnet. Neben den bereits genannten Bands Portishead, Massive Attack und Tricky zählen unter anderem auch Björk, Lamb, Red Snapper, Morcheeba, Mandalay, Moloko, Waldeck oder Nightmares on Wax zu den bekannten Interpreten dieses ursprünglich aus der Umgebung von Bristol stammenden Sounds. Heute haben Trip Hop Bands viele Fans und füllen auch große Konzertsäle in bedeutenden Städten.

Was macht den besonderen Reiz von Trip Hop aus?

Genau genommen erklärt bereits der Name Trip Hop in gewisser Weise, was das Besondere daran ist. Gegeben hat diesen Namen der Musikrichtung einmal ein Reporter, und zwar tat das Andy Pemberton 1994 erstmals in der Juni-Ausgabe des Magazins MIXMAG. Er kombinierte dabei zwei Begriffe, nämlich Hip Hop und Trip. Um zu verstehen, wie Andy Pemberton darauf gekommen ist, muss man nicht nur wissen, dass Trip Hop auch gewisse Elemente des Hip Hop beinhaltet, sondern sich wirklich die Zeit nehmen, einmal in Ruhe eine längere Weile ein wenig Trip Hop zu hören. Sehr schnell wird einem dabei bewusst werden, wie diese Musik den Hörer gefangen nimmt.

Der Sound von Morcheeba, Portishead und Massive Attack

Diese drei Bands sollen einmal als Beispiele für den Sound dienen. Morcheeba wird sehr stark durch die wunderbar weiche, aber auch kraftvolle Jazzstimme der Sängerin getragen. Ihr Gesang wirkt ein wenig lasziv, teils auch erotisierend. Die Instrumentierung hingegen erscheint atmosphärisch und wird von sanften Gitarren und fließenden Keyboardelementen dahin getragen. Noch deutlicher wird der Sound bei Portishead. Die zarte und dennoch eindringliche Stimme der Sängerin umspielt von der tragisch-mystisch wirkenden Instrumentierung nimmt den Hörer binnen kurzer Zeit einfach gefangen. Als letztes Beispiel soll Massive Attack zeigen, warum Trip Hop etwas mit dem Begriff Trip zu tun hat. Unabhängig davon, ob nun eine weibliche Jazzstimme oder aber ein männlicher Sprechgesang die Grundlage eines Liedes ist, bereits der Rhythmus jedes einzelnen Stücks, das man sich anhört, fesselt den Hörer und trägt ihn weiter, bindet ihn an den Gesang und die atmosphärischen Klänge der dann einsetzenden Instrumentalbegleitung. Man kann sich diesem Sound nicht entziehen, wenn man sich einmal auf ihn eingelassen hat und wenn das Stück plötzlich zu Ende ist, glaubt man geträumt zu haben. Man war eben auf einem Trip Hop-Trip.

 


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